UV – Tipps

Die Sonne- …ist nicht nur Licht

Das Sonnenlicht setzt sich aus unterschiedlichen Strahlen zusammen. Sonnenstrahlen bestehen zur Hälfte aus ultraviolettem und sichtbarem Licht, zur anderen Hälfte aus Infrarotlicht. Das Infrarotlicht erzeugt die angenehme Wärme der Sonne. Der ultraviolette Bestandteil (UV) bedeutet Gefahr für Augen und Haut. Besonders gefährlich ist die UVB-Strahlung. Sie ist energiereicher als UVA-Strahlung und kommt zunehmend auf die Erdoberfläche.
Schutz vor der UV-Strahlung bietet die Ozonschicht. Sie wirkt in 20 bis 30 Kilometern Höhe wie eine riesige UV-Schutzbrille. Durch negative Umwelteinflüsse nimmt die Ozonschicht aber ständig ab. Ein Ende dieser Ozonschichtreduzierung ist nicht in Sicht. Selbst bei einem sofortigen Stopp des FCKW-Ausstoßes würde die Ozonschicht Jahre brauchen, um sich zu regenerieren.

Frühjahr = UV-Gefahr

Der Schutz von Augen und Haut ist angesichts dieser Entwicklung auch nicht mehr nur ein Thema für den Sommer- und Skiurlaub. Die vom Ozonloch betroffene Fläche hat mittlerweile eine Größe von 22 Millionen Quadratmetern – das ist zweimal die Fläche von Europa – erreicht. Neueste Auswertungen haben ergeben, dass auch über der Nordhalbkugel der Erde die Ozonschicht in gefährlichem Maße abnimmt. Was viele nicht wissen: Vor allem im Frühjahr sind wir selbst bei uns in Deutschland einer starken UV-Srahlung ausgesetzt, weil die Ozonschicht nach den Wintermonaten besonders ausgedünnt ist. So war im März 1996 über Osnabrück die Ozonschicht um mehr als 50 Prozent reduziert. An den ersten schönen Frühlingstagen, an denen viele im Freien die Sonnenstrahlen genießen, besteht laut UV-Schutz-Vorhersage zum Beispiel ohne entsprechenden Schutz bereits nach 45 Minuten Sonnenbrandgefahr.

Die Wirkung auf die Haut

Überprüfen Sie also vor dem Sonnenspaß zu Hause oder im Urlaub gewissenhaft, zu welchem Hauttyp Sie gehören. Besonders gefährdet sind Menschen, die schnell einen Sonnenbrand bekommen oder deren Bräunungsfähigkeit nicht stark ausgebildet ist. Dies gilt besonders für  hellhäutige, blonde Menschen, kann aber auch bei anderen Hauttypen auftreten. Beachten sie, dass die verschiedenen UV-Strahlen unterschiedlich auf die Haut wirken. Die UVA-Strahlen bräunen spontan. Allerdings verblasst die Bräune ebenso schnell. Anders dagegen ist es bei der UVB-Strahlung. Sie dringt tiefer in die Haut ein. Bekommt die Haut zuviel UVB ab, kommt es zum risikoreichen Sonnenbrand. Die UVB-Intensität hängt von Tages- und Jahreszeit, der Entfernung zum Äquator und der Höhe über dem Meeresspiegel ab.

Gefährdung der Augen

Genauso gefährdet wie die Haut ist auch das menschliche Auge, wenn es um UV-Strahlung geht. Fest steht, dass der UVB-Anteil in der UV-Strahlung die Entstehung von Grauem Star (Katarakt) im Auge fördert. Bei dieser Augenkrankheit handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse, die bis zur Erblindung führen kann. Ein Beispiel zu den fatalen Folgen von UV-Strahlung auf das Auge: In Australien laufen Schafe vor die Zäune, weil sie durch zu hohe UV-Belastung blind geworden sind. Besonderen Schutz mit einer UV-Getesteten Brille benötigen die Augen dort, wo starke Reflektionen stattfinden. So ist beispielsweise im Wasser ein Augen-UV-Schutz ratsam, gleiches gilt am hellen Sandstrand und erst recht im Schnee. Neuer Schnee z.B. reflektiert 80 bis 90 Prozent der auftretenden UV-Strahlung.
Hier gilt es zu handeln.

Der richtige Sitz Ihrer Sonnenbrille

Achten sie auch auf den richtigen Sitz Ihrer Sonnenbrille. Neben der UV-Schutz-Qualität der Gläser ist das Trageverhalten sehr wichtig. Untersuchungen haben ergeben: Ist Ihre Brille falsch angepasst, so steigt die Strahlenbelastung im Durchschnitt um das Zehnfache.
Der Grund dafür ist der hohe Anteil an diffuser UV-Strahlung, die von allen Seiten ins Auge dringt, wenn die Brille schlecht sitzt. Deshalb warnen Experten davor, Brillen von der Stange zu kaufen. Nur im Fachgeschäft kann die Brille 100-prozentig angepasst, und guter Sitz gewährleistet werden.
Übrigens: Das Tragen einer richtig angepassten Sonnenbrille wird auch von Dermatologen empfohlen. Eine Sonnenbrille hilft nicht nur die Augen, sondern auch die Haut um das Auge herum vor UV-Strahlen zu schützen. Auch starke Sonnenexpeditionen können hier zu Hautkrebs führen.

Qualität ist Sicherheit

Trauen Sie nur den Profis. Lassen sie sich beim Kauf einer Sonnenbrille nicht von dunklen Gläsern täuschen. Bereits ein normales, weißes Brillenglas kann vollen UV-Schutz garantieren.
Es muss nur entsprechend vergütet sein. Dabei bieten in der Regel Kunststoffgläser höheren UV-Schutz als mineralische Gläser. Die verhängnisvollste Variante ist eine besonders dunkle Glastönung ohne gleichzeitigen UV-Schutz. Durch die dunklen Gläser öffnen sich die Pupillen weiter als normal und lassen eine höhere Strahlendosis ins Auge treten. Wer seine Sonnenbrille beim Nichtfachmann kauft, sollte die UV-Schutzversprechungen mit Vorsicht genießen. Es haben sich Herstellerangaben zum UV-Schutz als nicht zutreffend erwiesen. Lassen Sie Ihre Brille mit Hilfe anerkannter Messtechnik auf ihren UV-Schutzwert bei uns überprüfen.

Tauglichkeit im Straßenverkehr

Seit Februar 1997 kommt dem Blendschutz eine besondere Bedeutung zu. Mit diesem Datum ist die Europäische Norm 1836 in Kraft getreten, die erstmals den Blendschutz in Klassen einteilt und vor allem den Einsatz von Sonnenbrillen im Straßenverkehr regelt. Denn es dürfen längst nicht alle Sonnenbrillen beim Autofahren aufgesetzt werden. Zu dunkle Tönung, schlechte Abbildungsqualität infolge schlechter Gläser und Tönungen, die Signalfarben im Straßenverkehr verfälschen, müssen mit einem entsprechenden Symbol “Verkehruntauglich” versehen werden.

Das Alarmsystem

Der Körper hat ein eigenes Alarmsystem für übermäßigen Sonnengenuss – die Wärmeentwicklung. Doch diese Signale werden durch Wind, Wolken und Wasser leicht außer Kraft gesetzt. So kommt es zum Beispiel beim Segeln, Schnorcheln und Surfen leicht zu einem Sonnenbrand. Selbst bei einem halben Meter Wassertiefe werden rund 63 Prozent der UV-Strahlung reflektiert.
Beachten Sie: Augen und Haut registrieren wie Stromzähler jede Sonnenstunde und jeden Sonnenbrand. Vor allem Kinder sind extrem UV-gefährdet. Sonnenbrände bei Kindern bis zu fünf Jahren erhöhen deutlich das Risiko, als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken. Babys dürfen überhaupt nicht in die pralle Sonne. Fakt ist: Übermäßige Sonnenbestrahlung gehört zu den Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs und Augenerkrankungen. Die Neuerkrankungsrate bei Hautkrebs hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Ein Risiko, das sich vermeiden lässt.

Risiken durch Medikamente

Es gibt noch einige andere Faktoren, die UV-Schädigung von Augen begünstigen. Dies sind zum Beispiel Mangelernährungszustände an Vitamin E und bestimmten Eiweißen. Zusätzliche UV-Empfindlichkeit wird durch die Einnahme von Medikamenten erzeugt. Dazu zählen alle photosensibilisierenden Medikamente (Behandlung von Schuppen- flechte), Entzündungshemmer (bei bestimmten Hautkrankheiten und Asthma) sowie alle Krebstherapeutika. Darüber hinaus sind Diabetes-Patienten besonders durch UV-Strahlung gefährdet, weil ihre Krankheit die an sich für das Auge relativ harmlose UVA-Strahlung wesentlich verstärkt. Übrigens: In diesem Zusammenhang warnen Experten auch vor Selbstbräunungsmitten, die sich auf Dauer im Auge ablagern und Schäden hervorrufen können.

Zehn gute Tipps

1. Überprüfen Sie gewissenhaft Ihren Hauttyp.
2. Checken Sie Ihren Urlaubsort auf UV-Belastung (z.B. Anzahl der Sonnentage).
3. Schützen Sie Ihre Augen besonders an Orten mit hoher UV-Reflexion, zum Beispiel im Schnee oder am Wasser.
4. Achten Sie beim Brillenkauf auf UV-Schutz getestete Gläser und den richtigen Sitz Ihrer Brille.
5. Vorsicht bei stark getönten Gläsern. Nicht jede Sonnenbrille darf beim Autofahren benutzt werden.
6. Überprüfen Sie, ob Sie zu den Risikogruppen bei der UV-Augenbelastung gehören.
7. Schützen Sie besonders Kinder vor UV-Strahlung.
8. Meiden Sie die pralle Mittagssonne.
9. Schützen Sie Ihren Körper mit Hut, Kleidung und Sonnenschutzmittel.
10. Verwenden Sie hohe Lichtschutzfaktoren und cremen Sie sich mehrmals ein.

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